Zweiter Bio-Saatgut-Abend bei Rapunzel Naturkost gut besucht

Über 100 Besucher zog es am 30. Januar zu Rapunzel nach Legau. Anlass war der von Ra­punzel organisierte Themenabend zu samenfesten Gemüsesorten mit Saatgutbörse. Erhal­tungszüchter Sibylle Maag stellte ihr von der UNESCO ausgezeichnetes Projekt „Paradies­garten“ vor und zeigte anhand von Beispielen, wie einfach jeder im Garten Saatgut gewin­nen kann. So stellte sie Besonderheiten unter den sich selbst aussamenden Pflanzen wie den schmackhaften Riesen-Spinat „Magenta Spreen“ vor. Die große Resonanz bestätigte Rapunzel, wie groß das Bedürfnis, auch bei Verbrauchern ist, das verlorengegangene Wis­sen über die Saatgut-Erhaltung und -Gewinnung wiederzubeleben.

Saatgut von Pflanzen wird heute vorwiegend in großem Maßstab für industriellen Anbau herge­stellt. Dabei können regionale Unter­schiede in Boden und Klima natürlich nicht mehr berück­sichtigt werden.“Das Saatgut für unsere heuti­gen Gemüsepflanzen wird z.B. in Ungarn oder an anderen klimatisch günstigen Standorten vermehrt. Die Konsequenz ist, dass diese Pflanzen in unserem rauen Allgäuer Klima oft nur schwer oder nur mit viel Pflege gedeihen, da sie an optimale Bedingun­gen angepaßt sind“, so Sibylle Maag.

Die Erhaltungszüchterin bietet eine Alternative: hier im Allgäu vermehrtes Saatgut. Ihr Fokus bei der Auswahl liegt auf besonderen Nutz­pflanzen und Samen, die an unser Klima und unsere Böden angepasst und dabei noch schmackhaft sind, sowie einen hohen Nutzen haben, wie z. B. die essbare Zierquitte „Cido“, auch Nordische Zitrone genannt, die winterfest bis -25°C ist und deren zitronige Früchte einen hohen Vitamin C haben. Ein anderes Beispiel ist der dekorative Rie­sen-Baum Spinat „Magenta Spreen“, der überraschend schnell wächst, sich selbst aus­sät und dessen frische Blätter als Spinat und Salat verwendet werden können. Da er sich selbst aussät, ist völlig un­problematisch im Nachbau. „Und der Vorteil ist, wenn essbare Pflanzen im Beet zu viel werden: dann einfach essen!“, empfiehlt die Erhaltungs­züchterin!

In der regen Diskussion im Anschluß an den Vortrag wurde mit der Referentin noch länger gefachsimpelt und die Möglichkeit samenfestes Bio-Saatgut bei den verschiedenen Anbietern.

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