Themen des Herbstes: Ernte – Abschied – Wurzeln

Die Tagundnachtgleiche ist heuer am 22. September um 21:44. Zum zweitenmal im Jahr sind Tag und Nacht gleich lang, kalenda­risch beginnt der Herbst. Ab jetzt werden die Tage kürzer als die Nächte, der Sonnenbogen wird kürzer und rückt immer weiter in den Sü­den.
In der Herbsttagundnachtgleiche feiern wir die Ernte auf den Feldern und in den Gärten. Es ist auch die Zeit des Almabtriebs, ab jetzt wird es ruhiger im Bergland. Zugleich ist dies der Abschied vom Sommer, die Kraft der Pflan­zen zieht sich mehr und mehr in die Wurzeln zurück.

Erntedankaltäre zu errichten, das Ein­lagern und Einkochen der Früchte als (ge­mein-schaftliches) Fest zu gestalten, das wä­ren einfache und sinnvolle Rituale.

In den Vegetationsmythen steigt nun der Ve­getationsgott (oder die Tochter der Erdgöt­tin) in die Unterwelt. Und auch mit diesem Thema lassen sich Rituale gestalten, z.B. wenn wir miteinander Tore durchschreiten, an dem wir uns jeweils von dem verabschieden, was wir nicht in die dunkle Zeit mitnehmen möchten.
Und wenn im Oktober der erste Reif am Mor­gen liegt, der Wind die letzten Blätter nimmt, wenn Nebel am morgen die Sonne verhüllt, dann wird die Lebenskraft von Wurzeln und Struktur deutlich. Noch sind letzte Ernten möglich, später Wein und Walnüsse, Gemüse wie Kohl. Die Ahnenzeit kündigt sich an. In den letzten Jahren etwas verkitscht als ameri­kanisches Halloween zu uns geschwappt…
Und doch haben die ausgehöhlten Kürbisse, die Spinnen und Skelette eine tiefe Symbolik, den sie sollen uns an die Ahnen und Ahninnen erinnern, mit denen Kontakt aufzunehmen jetzt eine gute Zeit ist. Dazu kann der Gang auf den Friedhof nützlich sein, doch lassen sich die Ahnen und Ahninnen auch gerne draußen in der Natur rufen, vorzugsweise gegen Abend. Wir können sie mit einem Gastmahl erfreuen, wie das in Ländern wie Mexiko üblich ist. Einen – gefüllten! – Teller neben unseren eigenen stellen, über das Ahnenwesen erzählen, ihm auch Fragen stellen oder um Unterstützung bitten.

So wie die Pflanzen ihre starken Wurzeln brau­chen, um den Winter zu überstehen, so brauchen auch wir Menschen unsere Wurzeln in die Vergangenheit. Wer sind deine physischen, spirituellen oder geistigen AhnInnen, was verdankst Du ihnen, welche Kraft lebt in Dir weiter?

Der Martinszug am 11. November macht das Thema der Wiederkehr des Lebens deutlich. Was ja unmittelbar mit dem Ahnenthema zu­sammenhängt, glaubten doch unsere Vorfah­ren, dass der verstorbene Ahne sich oder eine seiner Eigenschaften in den Kindern des Stam­mes wiederverkörpern würde. Und so mag der hl. Martin die vermännlichte und christianisierte Gestalt der Erdgöttin Percht sein, sein Mantel IHR Mantel, der die Ungeborenen schützt, die Kinder als Ihr Gefolge in die Zukunft hinein und die Laternen Seelenlichter der zukünftigen Ge­neration…..
Ich wünsche Euch reiche Ernten und starke Wurzeln!
Meret
Mehr: www.jahreszeiten-magie-heilung.de

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