Sommer – Reifezeit – Erntezeit – Schnitt in die Fülle

Der Zeitbogen dieses Heftes beginnt mit lan­gen Tagen, die sich auf die Sonnenwende zu­bewegen, umschreibt die Phase der heißesten Tage und endet mit merklich kürzeren Tagen Ende August. Die Natur ist geprägt von Fülle, ersten Früchten, Erntevorgängen und Samen­bildung. Es ist die Zeit der Almwirtschaft.
Besonders drei Feste sind Markstein für die Energie dieses Zeitabschnittes, den wir auch Sommer nennen.

Die   Sommersonnenwende, auch Litha oder Johanni-Fest (christlich)
Zur Zeit der hochstehenden Sonne wird das Thema Balance zwischen unterschiedlich star­ken Kräften wichtig: Trockenheit und (Stark)re­gen, Wachs­tum und Begrenzung, wilde Natur und Kultur­landschaft. Das uralte Ritual der Hei­ligen Hochzeit bildete einst das Gleichgewicht zwi­schen polaren Kräften ab in der rituellen Ver­einigung von Priesterin und König.
Übertragen auf unsere menschlichen Bezie­hungen geht es um eine fruchtbare Verbin­dung zwischen Mann und Frau, Jung und Alt, Bruder und Schwester, Familie und Nachbarn. Für unsere Vorfahren war Litha das größte Fest im Jahr, an dem der Clan und all seine Nachbarn und Freunde für tagelanges Feiern zusammenkamen. Das Fest diente der Erneue­rung und Vertiefung von Freundschaften, der Beilegung von Streitigkeiten und der Stärkung oder Klärung von erotischen Beziehungen.
Litha ist auch heute ein guter Zeitpunkt, sich in Liebesdingen auszusprechen, ein klares JA oder Nein zur derzeitigen Beziehung zu finden – bis zur Wintersonnenwende…
Die Sonnenwende entspricht auch der „gefühl­ten“ Mitte des Lebens: dann wenn eine Frau oder ein Mann in Verbindlichkeiten eingetreten ist – in Beruf, Partnerschaft oder sozialen oder spirituellem oder ökologischen Engagement, und erste Früchte deutlich werden.
Dies zu feiern am Feuer zusammen mit Freun­den/Familie kann sehr viel Kraft geben!
Das keltische Lughnasad am Anfang August weist auf den Mythos von dem strahlend hellen Korn­gott, der sich in die Erde legt, und zugleich Sa­men und Frucht erzeugt,
Lughnasad ist das erste Erntefest von lagerfä­higem Feldfrüchten: zuerst der Sommerweizen, dann andere Kornarten und der Mais. In einer Zeit ohne Tiefkühltruhe und Überseeimporten fei­erten die Menschen in der Kornernte die Hoffnung auf die Sicherung des Le­bens über den Winter.
Wir können dieses Fest feiern durch einfache Ri­tuale wie gemeinsames Brotbacken, geform­te Bro­te, Brotzeiten, und Brotbrechen. Oder noch einfa­cher: Dank für „unser täg­lich Brot“…
Kräuterweihe Mitte Au­gust zeigt, dass die Kraft in den Pflanzen nun endgütig ihren Höhe­punkt überschritten hat. Die Kräuterbuschen waren früher die Hausapo­theke – sinnreich im „Herrgottswinkel“ verfüg­bar. Ab jetzt sammeln wir von den Pflanzen überwiegend die Wur­zeln, in die sich deren Kraft zurückzieht.
Mit dem Kornschnitt – und bei anderen Ernte­vorgängen machen wir den Schnitt in die Fülle. Themen der Zeit sind  Begrenzung, auch Ab­schied und Trennung. So wie wir spätestens Ende August wehmütig spüren, wie sich der Sommer verabschiedet…
             Meret Windele
www.jahreszeiten-magie-heilung.de
www.neue-erde.de

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Permakulturgärtner, Blogautor, Sozialarbeiter und Webdesigner
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