Permakultur — was ist das?

Geschichte, Grundsätze und Wirkbereiche der Permakultur im Allgäu

2004 entstand der Arbeitskreis Permakultur nach einem Vortrag von Sepp Holzer mit monatlichen Stammtisch u.a.. Josef Kraus und Jochen Koller waren hauptsächlich für denAufbau zuständig. 2004 waren auch Sibylle und Michael Maag (Paradiesgarten in Lechbruck) schon aktiv 2006 entstand der „PIA Förderverein für nachhaltiges Wirtschaften Allgäu e.V.„, derPIA Förderverein war und ist in fast allen Bereichen der Permakultur aktiv (s. Blütenblätter der Permakultur-Systemblume unten).Vom PIA Förderverein wurde dann auch „Training für Transition“ im November 2010 im Allgäu durchgeführt. Danach wurde die „Transition-Initiative Allgäu“ begonnen,aus der dann eine Reihe weiterer Projekte lokal (z.B. Schenktage in Immenstadt) oder regional entstanden sind. 2011 wurde dann von Mitgliedern des PIA Fördervereins das „Forschungsinstitut für Permakultur und Transition (FIPT)“ gegründet. Eines der ersten Werke des FIPT ist „Nachhaltiges Allgäu“, das jetzt alle 3 Monate kostenlos für Dich, liebe(r) Leser(in) erhältlich ist. Herausgeber ist jetzt der PIA Förderverein. Das Konzept der ReWiG-München wurde auch erstmals bei einem Treffen des FIPT von Jörn Wiedemann vorgestellt und führte dann durch mehrere Aktive von Transition-Allgäu zur Gründung der ReWiG-Allgäu.  Weiterer langjähriger Akteur ist die Naturwert-Stiftung in Unterthingau, wo seit 2009 der Permakultur-Musterhektar von Robert Briechle am Entstehen ist, den schon 3-4000Menschen besucht haben. Bei der ebenfalls dort angesiedelten Naturwert-Akademie finden eine Reihe von Fortbildungsveranstaltungen, z.B. auch Permakultur-Zertifikatskurse statt. Dort ist auch Sitz des FIPT und PIA Förderverein, sowie das Humuseum beheimatet. Humuseum ist die Abkürzung für „1. Humussphären- und Permakulturmuseum“ und wurde beim FIPT kreiert. Es enthält viele Medien zu Permakultur und Boden (leben) und gibt auch diverse Bücher, Filme etc. dazu heraus. Es wird auch als lebendiges, aktives Museum in Zukunft wirken. Das Humuseum wird auch der Medienkanal des FIPT. „Permakultur-Land Allgäu“  startet gerade, bei dem viele Menschen aller Fachrichtungen mitwirken werden. Das sind Permakultur-Designer, Architekten und Strohballenbauer, Sensenlehrer und Landschaftsgärtner, Spezialisten für Aquakultur und Naturgarten, Freunde alter und vom Aussterben bedrohter Pflanzensorten und Tierrassen, Bio-Bauern, Sozialarbeiter, Lehrer, Wildnispädagogen u.v.m.

Worum geht es in der Permakultur?

Herzstück der Permakultur und dieser Grafik sind die 3 ethischen Grundsätze der Permakultur

  1. Fürsorge für die Erde ( ein „gutes Leben“ für alle ihre Bewohner)
  2. Fürsorge für die Menschen ( ein gutes Leben für mich, für mein Umfeld, für alle Menschen)
  3. Begrenzung von Wachstum und Konsum, Gerechtes Teilen und Weitergeben von Überschüssen an Bodenschätzen, Geld, Energie, Zeit, Können und Wissen

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Ziel ist es, dass die Ethik in alle Bereiche des Lebens (s. Blütenblätter der Grafik) Einzug hält. Zur Umsetzung dieser Ethik dienen die Planungsgrundsätze der Permakultur, auf die hier aus Platzgründen nicht eingegangen werden kann. Genaueres dazu in den Zertifikatskursen oder im Internet.

  • Blütenblatt 1: Finanzen und Wirtschaft
    Systeme werden geschaffen, die allen Menschen dienen z.B. zinsfrei sind undallen ein „gutes Leben“ ermöglichen . Eine tolle Übersicht von Möglichkeiten istim kostenlos downloadbaren Buch http://www.neuesgeld.com/?m=single&id=21 zu finden.
  • Blütenblatt 2: Gemeinschaften,Landbesitz, Regierungsformen
    Der Bürger soll nicht dem Staat dienen, sonder eine evtl. bestehende überregionale Regierungden Menschen. Insgesamt sollte ein regionaler und lokaler Ansatz gewählt werden, um eine Rückkoppelung zwischen den Menschen und den Regierungsorganen zu ermöglichen. Insgesamt sollten die Gemeingüter (commons, Allmende) gemeinsam verwaltet werden,Privatisierung von Gemeingütern ist abzulehnen. Permakultur geht individuell oder inGemeinschaften. Viele Ökodörfer sind von Permakultur-Menschen initiiert und geplant worden, in Ökodörfern hat Permakultur oft viele Anwender.
  • Blütenblatt 3: Land und Natur
    Land soll durch Kombination von Beeten/Äcker/Weiden mit Bäumen und Wasser so produktiv genutztwerden, dass große Flächen Wildniszonen werden/bleiben können und diversen Tieren und Pflanzeneine Heimat durch Hecken, Wälder, Feuchtgebiete, Auen usw. bieten. Menschen und Regionen versorgen sich zu hohem Maße selbst, auch in den Städten.
  • Blütenblatt 4: Gebaute Umwelt
    Bauten sollten zu hohem Anteil aus wiederverwertbaren oder kompostierbaren Materialien sein, die beiErzeugung und Entsorgung und im Betrieb ein Minimum an Fremdenergie und Umweltbelastungbenötigen. So klein als möglich, so groß als notwendig, um sich nicht zu verschulden. Abwassersystemebleiben immer lokal, alle Arten von privaten Abwasser werden vor Ort umgewandelt und genutzt (Humus-WC,Pflanzenkläranlagen, Milchsäurgärung usw.), Dachwasser etc. durch Begrünungen undSpeichersysteme/Teiche etc. gespeichert
  • Blütenblatt 5: Werkzeuge und Technologien
    Vielfalt als Prinzip bei den Technologien und kleine Einheiten schaffen Sicherheit und Unabhängigkeit. In der folgenden Weise wird mit dem Energieeinsatz umgegangen: Vermeiden-Reduzieren-Wiederbenutzen-Reparieren-Recyclen. Angepasste Technologien ohne ständigen Einsatz von Fremdenergie werden bevorzugt , z.B. Fahrräder, Schwungräder, Sensen oder intelligente andere Systeme, die ressourcenschonend sind.
  • Blütenblatt 6: Kultur und Bildung
    Kultur kommt von lat. colere = pflegen, bebauen, ehren. Ehrend und pfleglich sollte Bildung gestaltet
    werden mit „Vielfalt als Prinzip“. Es besteht für die Eltern (und die Kinder) eine Wahl, ob z.B. zu Hause
    gelernt wird. Kulturschaffenden wird durch veränderte Einstellungen aller bei Ethik, Finanzen und
    Wirtschaft ein Wirken ohne ständige finanzielle Sorgen ermöglicht.
  • Blütenblatt 7: Gesundheit, Spiritualität
    Grundsätzlich geht es um die Würde in allen Lebenslagen. Menschen haben die Wahlfreiheit, wie sie
    leben, sterben, gepflegt und bestattet werden oder wie und wo sie ihre Kinder auf die Welt bringen.
    Achtsamkeit gegen sich und andere wird gepflegt, selbstorganisierte Solidargemeinschaften im
    Gesundheitswesen ersetzen die Zwangs-Krankenkassenpflicht. Zeitbanksysteme und alternative
    Wohnformen ermöglichen einfache, bessere und leistbare Betreuung alter, behinderter und kranker
    Menschen.
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