Mit Wasser heizen

Mit gewöhnlichem Leitungswasser warmes Wasser erzeugen und heizen, und dabei keine schädlichen Abgase erzeugen? Mit der Wasserstoffzellen-Technologie ist das möglich. Das Prinzip der Energiegewinnung durch Wasserstoff ist schon seit den 1970er Jahren bekannt. Aber erst jetzt entwächst die Technologie langsam ihren Kinderschuhen, wie erste praktische Anwendungen für den privaten Bereich belegen. Andreas Honisch experimentiert mit der alternativen Energiequelle. Der Wildpoldsrieder hat eine funktionierende Versuchsinstallation zur Wasserstoffzelle gebaut. Kürzlich stellte er sie bei der Jahresversammlung der ReWiG (Regionale Wirtschaftsgemeinschaft) in Kempten vor.

In einem durchsichtigen Schlauch steigen Blasen auf, es blubbert und dampft. Metallplatten, Glasbehälter mit einer durchsichtigen Flüssigkeit, Druckmesser, Elektroden, Knöpfe und Leuchtanzeigen, alles verbunden mit Schläuchen und Kabeln  – so könnte es im Labor von Daniel Düsentrieb ausgesehen haben. Der Wasserstoffzellen-Düsentrieb heißt Andreas Honisch. Er entwickelt und experimentiert mit der Technologie. Sie könnte schon bald eine praxistaugliche Energiealternative zu fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas werden. Honisch fasziniert die Vorstellung, dass in Zukunft bei der Produktion von Wärme keine klimaschädlichen Gase mehr entstehen. Ein weiterer Vorteil: Es muss kein Öl auf Vorrat eingekauft und vorfinanziert werden. „Ich mach‘ das Ding an und es läuft“, so der Tüftler. Sein Ziel mit der Wasserstoffzelle lautet ganz einfach „weniger Abgase, weniger fossile Brennstoffe. Als Abgas entsteht reinstes Wasser“. Seine eigene Wasserstoffzelle hat er mit Unterstützung der   österreichischen Gesellschaft für Autarke Energie, Technische Innovationen und Altruismus (GAIA) gebaut.

Implosion statt Explosion

Umweltfreundlich mit Wasser heizen – wie soll das gehen? In einer Trockenzelle, erklärt der Techniker, sind 23 Metallscheiben angeordnet. Diese sind umgeben von einer Flüssigkeit aus destilliertem Wasser und vierprozentiger Kaliumhydroxid-Lösung. An die äußersten Platten wird Strom angelegt. Jetzt findet die Elektrolyse statt, in welcher aus der Flüssigkeit der Wasserstoff vom Sauerstoff getrennt wird. Das Ergebnis ist ein Wasserstoff-Sauerstoff-Gemisch, das auch als Knallgas oder HHO-Gas bekannt ist. Mit diesem Gas können nun Katalysatoren durchströmt werden, die mit Platin, Palladium oder Rhodium beschichtet sind. Ohne dass eine Flamme entsteht, erzeugt dieser Vorgang der kalten Verbrennung Temperaturen von bis zu 400 Grad Celsius. Die Temperatur würde ausreichen, um Wasser über einen Wärmetauscher zu erwärmen oder über Abstrahlwärme einen Raum zu heizen. „Die Effizienz von Wasserstoff wird höher als bei fossilen Brennstoffen sein“, ist Andreas Honisch überzeugt. Eine Verwendung des HHO-Gases als alternative Energiequelle biete sich geradezu an, denn im Wasser stecke die dreifache Energie wie in dem gleichen Volumen Benzin oder Diesel. Die GAIA-Wasserstoffzelle nach der Entwicklung des Österreichers Christoph Beiser ist die weltweit effizienteste Zelle, um HHO-Gas herzustellen.

An der technischen Umsetzung muss noch im Detail getüftelt werden. So sind zum Beispiel Sicherheits-Aspekte zu beachten. Im nächsten Schritt wird der hauptberufliche IT-Experte eine vollautomatische Wasserstoffzelle mit Softwaresteuerung bauen. Für Andreas Honisch steht fest: „Ich heize im nächsten Winter mit der Wasserstoffzelle.“

Dieser Beitrag wurde unter Nr. 11 veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten auf Mit Wasser heizen

  1. Gast sagt:

    Ach so, dann führt man ja die Energie über den Strom zu, mit dem man die Elektrolyse betreibt.

    Wasserstoffzellen sind eine sicher schöne Sache und auf alle Fälle weiterer Forschung und Erprobung wert.

    Wenn man damit heizen möchte, wäre natürlich eine ganz dringende Frage, woher man vorher die elektrische Energie gewinnt (und auf welchen Wirkungsgrad man bei den Umwandlungen kommt).

    • Gast sagt:

      Heizen mit Wasserstoff-Injektion – also Zusatz – ist in einigen Gegenden in Europa schon verbreitet und bewährt. Das Prinzip beruht auf Elektrolyse – der Wasserstoff wird bedarfsgerecht für die Dauer des Verbrennungszyklus aus destilliertem Wasser und Strom erzeugt und zugeführt. Damit entfällt jedwede Speicherung.

      Die „Beistellgeräte“ werden neben der Verbrennungsanlage platziert und deren Steuerung gekoppelt. Der injizierte Wasserstoff HHO bewirkt eine
      Verbrennungsoptimierung, das Mehr an Sauerstoff fördert die Verbrennung.

      Messungen beweisen deutlich weniger Kohlenmonoxid, Kohlendioxid und Stickoxidverbindungen und Brennstoffverbrauch bei gleichzeitig verbesserter Leistung.

      Mehr Informationen im Wasserstoffshop.

  2. Arthur Weigelt sagt:

    Habe Ihren Aufsatz zu HHO gelesen. Wes würde mich mal Interresieren wie weit Sie sind. Ich suche so was als Heizung und würde Sie gerne mal anschauen.

    • Gast sagt:

      Wenn Sie mit Wasserstoffzusatz nach o.a. Prinzip heizen möchten, ist eine gut funktionierende Öl-, Gas- oder Holzheizung oder ein BHKW die Voraussetzung. Vor einer Nachrüstung sollte die Heizung noch einmal gewartet und optimal eingestellt, ebenso Abgas und Brenntemperatur gemessen werden.
      Alles Weitere via Wasserstoffshop.com
      (*Schweiz = http://neueenergieschweiz.ch/)

  3. Näf sagt:

    Hallo haben sie es schon umgesetzt. Habe einen grossen wasserspeicherboiler der nicht gut versorgt wird von der holzzentralheizung. Könnte man den mit ihrem system betreiben.
    Gruss gisela näf

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.