Innerer Wandel im Allgäu am Beispiel dreier Initiativen

Warum innerer Wandel? Viele gute Ideen und Projekte lassen sich nur schwer umsetzen, weil trotz hoher Ideale kein freud-volles und entspanntes Mit-einander entsteht. Mehrere Initiativen im Allgäu bieten Zusammenkünfte an, um hinderliche Strukturen bewusst zu machen und so auch im Außen wirksamer zu sein.

Gesprächskreis, Missen-Wilhams

gerhardLieber Gerhard, wir kennen uns aus der Tran­sition-Initiative Allgäu, die du mitbegründet hast. Bereits im Frühjahr 2011 hast Du den Gesprächskreis ins Leben gerufen. Welche Impulse gingen voraus?

Zunächst hatte der Gesprächskreis garnix mit der Transition-Initiative zu tun. Ich hatte die Bücher von Christoph Fasching ge­lesen, deren Inhalt mich sehr berührt hat. Er be­schreibt darin sehr umfas­send einen Wandel in Ge­sellschaft, Umwelt und See­le des Einzelnen und er er­mutigt, selber aktiv zu werden. Also habe ich den Gesprächskreis am 21.02.2011 in meinem Wohn­zimmer gestartet!

Wie hat sich der Kreis in den vergangenen knapp 4 Jahren entwickelt?

Es war und ist eine offene Gruppe. Mal kommen zwei Leute, dann wieder 30- 40 Menschen, je nach Thema. Mittlerweile gibt es eine kleine Kern­gruppe von 6-8 Leuten. Zunächst habe ich den Gesprächskreis bei mir im Wohnzimmer angebo­ten. Ab 2012 ergab sich die Zusammenarbeit mit Michael Hoffmann vom Ökobau in Missen-Wil­hams. Michael hatte einen „Raum der Begeg­nung“ gebaut. Seitdem finden die Abende dort statt. Er bietet auch eigene Veranstaltungen an. Manche Abende bewerben wir gemeinsam.

Die Anzahl der Männer und Frauen ist recht aus­geglichen, manchesmal kommen mehr Frauen.

Und was sind die Themen der Gespräche?

Da hab ich eine lange Liste! Um nur wenige zu nennen: Symptome des Wandels,  gesellschaftli­che und persönliche Veränderungen, spirituelle Entwicklung;  Lebensmittelversorgung aus der Region, vegane Ernährung. Neue Formen der Partnerschaft, bedingungslose Liebe, HOMA Feu­er.

Mal gab es Vorträge,  wir haben Videos geguckt, oder es gab eine Impulsfrage.

Habt Ihr bei den Gesprächen eine Struktur?

Bewährt hat sich der Stuhlkreis. Neue Menschen erhalten 5 Min. Zeit, sich vorzustellen. Zu Beginn gibt es ein kurzes Blitzlicht, wie sich jedeR gerade fühlt. Ansonsten orientieren wir uns an Verhal­tensempfehlungen: sich kurz fassen, zuhören, beim Thema bleiben, sich ehrlich und authentisch ausdrücken… Zum Abschluss gibt es wieder eine Befindlichkeitsrunde.

Worin siehst Du die Stärke des Gesprächs­kreises?

Meine Entwicklung verläuft positiver, seit ich mich intensiv mit diesen Themen auseinandersetze. Persönlich kann ich sagen, ich habe weiterhin Probleme, aber sie sind wesentlich leichter und angenehmer geworden. Und so seh ich das auch bei den Besuchern des Gesprächskreises: die Menschen gehen freudiger raus, als sie gekom­men sind!

Wichtig ist mir, die Themen zu leben und nicht nur zu reden!

Um nochmal auf Transition zu kommen: wie sieht es mit Vernetzung aus?

Der Gesprächskreis steht auf der Homepage der Transitiongruppe Immenstadt. Außerdem bin ich erster Vorsitzender im Heimatverein Immenstadt. In der Vorstandschaft sind auch fünf weitere von der Transition Immenstadt drin. Für mich ist Tran­sition = Heimat, ein spannender Prozess!

Danke, lieber Gerhard, für Deine Zeit – und weiterhin alles Gute für Heimat und Transiti­on!

Jeden zweiten Donnerstag,19.00 Uhr, Ökobau, am Freibad 5d, 87547 Missen (Raumkostenbetei­ligung, keine Anmeldung erforderlich)

Kontakt: 08320-92 50 11, g.mischler@gmail.com www.immenstadtimwandel.de/index.php/innerer-wandel

Gerhard Mischler, versteht sich als Brückenbauer zwischen alt und neu.

Interview: Meret E. Windele, Foto: Gerhard Mischler

Gruppe „Innerer Wandel“, Kempten

Liebe Hedy, Du bist schon bald nach der Gründung der ReWiG im Herbst 2012 Mitglied geworden und engagierst Dich dort im Kern­team und in der Gruppe „Innerer Wandel“. Was hat Dich zu diesen Schritten bewegt?

Als ich damals von der ReWiG hörte, spürte ich, das ist genau das, was die geistige Welt möchte und was sich für mich selber stimmig anfühlt: eine weitgehende Vernetzung, die möglichst viele Menschen anzieht. Der Gruppe „Innerer Wandel“ habe ich mich Anfang 2013 zugesellt. Dieses Thema begleitet mich seit mind. 15 Jahren. Mir ist es wichtig, die eigenen inneren Anteile/ Schatten­seiten zu erkennen – was macht mich betroffen, erzeugt in mir Spannung, was steckt hinter einem heftigen Gefühl. Ich glaube, das ist auch für die Menschen in der ReWiG wichtig: eine Person, die sich innerlich verändert, kann ganz anders im Au­ßen agieren.

Ich sehe es als meine Besonderheit, Anregung zu geben, die früher oder später aufgenommen wird.

Wie ist Deine Sicht auf die Entwicklung der Gruppe „Innerer Wandel“ in den vergangenen zwei Jahren?

Am Anfang waren es ungefähr gleich viel Männer und Frauen, später fanden sich überwiegend Frauen ein. Die ersten Monate leitete ein Mann, Horst Kern, die Gruppe. Später haben Liane Faust, Gabriela Spross, Claudia Kirchner und ich die Abende vorbereitet. Der Themenbogen war weit gespannt: Kennenlern-Übungen, Spiele-Abend, Gewaltfreie Kommunikation, Selbstliebe, Das Wunder der Vergebung, Healing Code… Es gibt kein festes Team, jedeR aus der ReWiG kann ein Thema einbringen und einen Abend gestalten.

Manchmal spürte ich mich im Widerspruch, weil ich selber mit innerem Wandel was anderes ver­binde. Zeitweise bröckelte die Gruppe auch ab oder es kam kein Treffen zustande. Dann wieder fühlte ich in mir Freude und Zuversicht, z.B. nach dem ReWiG-Kernteam-Treffen Aug/Sept 2013.

Ja, bei mir kommt an, wie wichtig Dir die Gruppe ist! Warum, vom heutigen Standpunkt aus?

Wie ich vorhin schon gesagt habe: die persönli­che Entwicklung stärkt die Handlungsmöglichkei­ten im Außen. Deshalb liegt mir die Gruppe am Herzen! Mir fällt auf, eben weil das so ist, kann ich mein Wirken dort gar nicht von meinem sons­tigen Mitwirken in der ReWiG, z. B. im Kernteam, trennen.

Wie möchtest Du in Zukunft weiter wirken?

Ich möchte gerne mehr Menschen in die ReWiG holen! Sie anders ansprechen, mehr vom Herzen her, weniger auf der Verstandesebene. Mich per­sönlich hat die Gruppe „Innerer Wandel“ mit der ReWiG verbunden.

Danke, Hedy, für Deine Zeit und die Einblicke in Deinen inneren Wandel!

Alle ein bis zwei Monate sonntags ca. 17.30 Uhr, meist im Haus International in Kempten. Offen für alle Interessierte, Raumkostenbeteiligung.

Kontakt: Hedy Struck, Tel 07561 – 820 21 79, hedystruck@gmx.de

Hedy Struck interessiert sich für spirituelle The­men, Gesundheit und Ernährung.

Interview: Meret E. Windele

Impuls-Nachmittage, Gemeinschaft Buchenberg

Wie gehen wir offen und ehrlich miteinander um? Wie gelingt ein Miteinander in Beziehun­gen, Arbeitsgruppen oder Wohnprojekten?

In den Impuls-Nachmittagen wird darüber nicht nur gesprochen – es wird vor allem miteinander geübt: zu zweit, in der Kleingruppe oder im Ple­num. Die offene Gruppe nutzt Kreisformen, Acht­samkeitsempfehlungen, Bewegung, Stille und Meditation. JedeR erhält damit gleich viel Raum, um sich mitzuteilen und auszudrücken.

Ich, Raimund Koch, freue mich, Meret E. Windele  bei dieser Initiative zu assistieren. Bisher bekam ich Einblick in verschiedene Initiativen und Pro­jekte rund um ein gutes und nachhaltiges Leben. Dabei zeigte sich mir: Zur schöneren Welt, die mein Herz kennt, gelangen wir vor allem, wenn unser Zusammenwirken gelingt. Die angeleiteten Nachmittage bieten hierfür einen wertvollen Er­lebnisraum und vielfältige Anregungen.

Sich öffnen und miteinander wohlfühlen, ge­meinsam Themen beleuchten
windeleIm August 2011 entstand zunächst eine geschlos­sene Gruppe. Dazu hatte Meret Freunde und Be­kannte der Transition-Initiative Allgäu eingeladen. Auslöser war ein Besuchswochenende in der da­mals neu entstandenen Ge­meinschaft Schloss Tempel­hof.

Die Gruppe wird seit Herbst 2012 als offenes Angebot geführt: So kommen manche Menschen einmal, andere so oft, wie möglich. Durch eine angeleitete Struktur können sich Men­schen füreinander öffnen und wohlfühlen – in ei­ner immer wieder neu gestalteten Gruppe. Zwi­schen 12 und 18 Männer und Frauen treffen sich, manchmal ist die Gruppe auch kleiner. Abends wird – mit denen, die wollen – zusammen ge­kocht, im Sommer am Moorweiher gepicknickt.

Jeder der Nachmittage hatte ein Thema, z. B.: Achtsamkeit und Konfliktlösung, Visionsbildung, welche Glaubenssätze hindern uns, Mut zur Ver­änderung, Achtsamkeit und Mut, Verbindlichkeit. Viele Übungen mit Bewegungselementen und nonverbalem Ausdruck (z. B. Mimik, Theater, Kör­perhaltung) helfen, jenseits der Worte zu spüren und wahrzunehmen.

Inneren Wandel leben

Durch die Nachmittage entstanden Freundschaf­ten und Bekanntschaften. Auch eine Intensivgrup­pe kristallisierte sich heraus, die sich ebenfalls re­gelmäßig trifft. Es geht nicht darum, Wohngrup­pen zu bilden, sondern ein schöneres Miteinander zu erleben – Anregung für den Alltag!

In guter Verbindung

Die Impuls-Nachmittage stehen in einer freund­schaftlichen Verbindung mit dem Ökodorf Institut, dem Nachhaltigen Allgäu und den Permakultur­freunden Allgäu. Meret ist Mitbegründerin der Transition-Initiative Allgäu und des „ Wohnprojekt Allgäu e. V“

einmal monatlich Samstag 14:00 bis 18:30 Uhr. Therapiezentrum Buchenberg, bitte anmelden.

Kontakt: 08378 923090, evaw@text-talk.de

Meret E. Windele: Ihr Hauptanliegen sind Verhal­tensformen der Verbundenheit und Gleichwertigkeit.

Text: Raimund Koch, Foto: Meret E. Windele

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