Ein bunter Strauß an Ideen – von der ReWiG

Die ReWiG-Akademie wächst ständig weiter. Bei der Jahreshauptversammlung stellten Mitglieder vielversprechende Projekte vor.

Die ReWiG-Akademie ist ein virtueller Ort, an dem sich die ReWiG-Mitglieder mit zukunftsweisenden Ideen beschäftigen. Immer mehr zeigt sich, dass diese Ideen zu konkreten Projekten mit alltagstauglicher Anwendung werden. Bei der Jahreshauptversammlung stellten die Mitglieder zukunftsweisende Projekte mit viel Potenzial vor. Die Themenpalette reichte von gewaltfreier Kommunikation über gesundes Essen und Energie aus der Wasserstoffzelle bis hin zur Hochbeet-Initiative, ökologischen Lehrprojekten und Seminaren zur Gemeinwohlökonomie. In zwei Jahren, hofft Roland Wiedemeyer, wird die ReWiG-Akademie ein komplettes Programm anbieten können.

Workshops
zu Gewaltfreier Kommunikation,
Gesunder Ernährung, Demenz

Das friedliche Miteinander gehört zu einem mit Vertrauen und Freude erfüllten Leben. Im Vordergrund steht dabei nicht, andere Menschen zu einem bestimmten Handeln zu bewegen. Vielmehr soll eine wertschätzende Beziehung entwickelt werden. Mehr Kooperation und gemeinsame Kreativität im Zusammenleben werden so möglich. In Seminaren zu Gewaltfreier Kommunikation zeigt Liane Faust, wie man wertschätzende Kommunikation lernen und leben kann. Zusammen mit Roland Wiedemeyer bietet sie zudem Seminare zur Gemeinwohlökonomie an. Wer nachhaltiger werden möchte in seinem privaten oder beruflichen Umfeld, kann sich hier beraten lassen. Das alternative Wirtschaftsmodell gewinnt immer mehr Anhänger. Über hundert Pionier-Unternehmen, darunter die Sparda-Bank in München, sind Anhänger der wachsenden demokratischen Bewegung.

Ebenfalls zur Arbeitsgruppe Innerer Wandel gehört Hedi Struck. Neben gewaltfreier Kommunikation beschäftigt sich die derzeit aus vier Personen bestehende Gruppe auch mit Themen wie Selbstliebe oder Healing Code. Hedi würde sich über einen Zuwachs in der Gruppe freuen, damit „Veränderung von innen nach außen stattfinden kann“.

Oft wird über gesunde Ernährung geredet, trotzdem ist nach Meinung von Karin Dimbacher vieles nicht bekannt. In ihren Workshops vermittelt sie den Teilnehmern die Idee von „einfach natürlich essen“. In Zukunft möchte sie auch das Was und Wie reiner Rohkost-Ernährung umsetzen. Mit den Auswirkungen von Demenz und Altern beschäftigt sich Gabriela Spross in ihren Workshops. Sie zeigt die Zusammenhänge auf zwischen Demenz, Depression und Krebs, die durch neueste wissenschaftliche Erkenntnisse belegt sind. Weitere Workshop-Themen der ReWiG-Akademie sind Elektrosmog und Vorträge zu gesunder Wasseraufbereitung. Auch Gärtnern auf engstem Raum, dem  sogenannten Square Gardening, ist ein Thema, dem sich die ReWiG-Akademie verstärkt widmen möchte.

Mobile Käserei in Buchenberg

Jahreshauptversammlung der ReWig Allgäu im Künstlerhaus in Kempten. Anton Albrecht aus Buchenberg stellt albrecht natur vor.Auf seinem Biobauernhof in Bischlags bei Buchenberg hatte Anton Albrecht die Idee zu einer mobilen Käserei. In seinem Hofladen, der „Käsehütte“, verkauft er seit 2013 reinen Rohmilchkäse und Wurst aus Eigenproduktion ganz ohne Geschmacksverstärker oder künstliche Zusätze. „Alles wie früher“, versichert Anton, dessen Rinder und Schweine stressfrei und artgerecht mit Freiauslauf gehalten werden.

Er möchte Nahrungsmittel mit höchster Qualität produzieren, und das geht beim Käse so: die Milch wird auf dem Hof abgeholt und zu einer mobilen Käserei gebracht. Der fertige Käse kommt zurück auf den Hof und wird dort gelagert und verkauft. Unter dem Label „albrecht natur“ vermarktet der Biobauer seine Eigenprodukte.

Wie man mit Wasser heizt: Wasser-
stoffzellen-Energie für Kleinanwender

Fossile Brennstoffe wie Öl und Gas stehen nicht unendlich zur Verfügung. Bei ihrer Nutzung durch Menschen entstehen langfristige Nebeneffekte, die sich dramatisch auf die Umwelt auswirken. Roland Wiedemayer und Andreas Honisch haben deshalb nach Alternativen für Öl und Gas gesucht. Mit Unterstützung eines internationalen Konsortiums hat sich Andreas an Experimente mit Wasserstoffzellen-Technologie gewagt. Schon im kommenden Winter möchte er daheim mit der Energie der Wasserstoffzelle heizen. Und freut sich – denn mit diesem Heizsystem der Zukunft kann er ganz ohne schädliche Abgase heizen. Wie die Wasserstoffzelle funktioniert und wie der Stand der Forschung ist, ist auf Seite 15 nachzu-lesen.

Voll ökologisch und pädagogisch:
der „Hummelhof“

Jahreshauptversammlung der ReWig Allgäu im Künstlerhaus in Kempten.Bernhard Hummel stellt seinen Hummelhof als ökologisches und pädagogisches Gesamtkonzept vor. (Andrea Hummel)Ehrlich ökologisch seit 25 Jahren, ohne dem demeter-Verband angeschlossen zu sein: So leben Andrea und Bernhard Hummel ihre Idee von einem ökologisch-pädagogischen Gesamtkonzept auf dem Hummelhof in Elmatried bei Kemp-ten. Was bedeutet das genau? Hacken, anbauen, richtig ernten – auf dem Hof lernen Kinder und Er-wachsene das kleine Einmaleins des Gemüseanbaus. Sie bekommen ein Beet zugeteilt. „Es blüht, es fruchtet, es ist einfach Klasse, dass sich da Menschen zusammenfinden“, freut sich Bernhard Hummel. Gegen gefräßige Schnecken hat Bernhard seine eigene Methode: Er spricht mit ihnen. „Solange Sie mit ihnen sprechen, fressen sie nicht“, schmunzelt der Ökolehrer. Und er schickt Laufenten durch. Alle Tiere, dem „Edelsten der Landwirtschaft“, leben auf dem Hummelhof artgerecht. Massentierhaltung lehnt der leidenschaftliche Ökolehrer strikt ab. Er möchte für die Nachkommen etwas erreichen und zeigen, was die Vernetzung der Tiere untereinander bedeutet. Eine hervorragende Idee sind Hummels Tomaten, deren Wurzelballen er in Säcke packt. So sind sie vor Mäusen geschützt. Ohne Jauche, aber mit eigenem Kompost gedeihen die Pflanzen wunderbar. Jeden 1. Samstag im Monat gibts Führungen am Hummelhof.

Palette, Bretter, 35 Realo:
Das Hochbeet-Projekt

Wer in Allgäuer Gärten schaut, sieht immer häufiger großrahmige Kästen mit Gemüse und Kräutern. Keine Frage, Hochbeete liegen im Trend. Aber sie sind nicht ganz billig: 200 Euro aufwärts müssen schon einkalkuliert werden für die Basisvarianten etwa aus Lärchenholz. Deshalb entstand in der ReWiG die Idee, Hochbeete zu einem überschaubaren Preis anzubieten. Thomas Spross stellte das Hochbeet-Projekt vor. Mit einer handelsüblichen Europalette, ein paar Brettern und einer Teichfolie ist das Hochbeet schnell fertig. Die Kosten belaufen sich auf rund 35 Realo/Euro für das Material. Die gleiche Summe kommt dann noch für die Handwerker hinzu, außerdem fallen noch individuelle Transportkosten an. „Ein überschaubarer Preis“, wie Thomas findet.

 

Neuer  Naturkostladen in Bad Grönenbach: Die „Kornblume“

Jahreshauptversammlung der ReWig Allgäu im Künstlerhaus in Kempten.Nur wenige Kilometer südlich von Bad Grönenbach in Kornhofen gibt es seit kurzem die „Kornblume“.

So regionalbezogen wie möglich möchte Sebastian Mezger seinen Hofladen betreiben. Für ReWiG- und TR-Mitglieder kann der Einkauf besonders günstig sein: Sie können für Realos bzw. Talente Mitglied der „Food-Koop“ werden und erhalten so 20 Prozent auf  alle Produkte. Nicht-Mitglieder zahlen den Food-Koop-Beitrag in Euro, erhalten aber ebenfalls den Rabatt von 20 %. Außerdem gibt’s jeden Freitag einen kostengünstigen Gemüse-Abverkauf. Frische Ware, die die Woche über nicht verkauft wurde, kann in dem Laden gegen Realos eingetauscht werden. Über 400 Lebensmittel-Produkte hat die Kornblume bislang im Sortiment. Auf Wunsch können bestimmte Produkte bestellt werden.

Edith Rayner

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