Warum Gemeinschaftsbildung?

„Die Rettung der Welt liegt in Gemeinschaft und um sie herum. Es gibt nichts Wichtigeres. Jedoch ist es praktisch unmöglich, jemandem, der Gemeinschaft nie erfahren hat, dieses Phä­nomen zu beschreiben…

Diese Worte von Scott Peck (1) klingen dramatisch. Und gleich­zeitig: wenn ich mich selbst und die Menschen um mich herum betrachte, fühle ich Resonanz! Viele meiner FreundInnen fühlen sich ent­täuscht und verletzt durch Ereignisse in ihren Ursprungsfamilien, durch zerbrochene Bezie­hungen und Ehen, ärgern sich über unzuver­lässige Freunde und halten ein Leben als Sin­gle zumindest als weniger krisenanfällig. Als Altenpflegerin begegne ich der Trauer und Einsamkeit alter Menschen in ihren viel zu großen Wohnungen. Und als ich selber 3 Jahre alleine lebte, sah ich mich mutieren mit Früh­stück vor dem Laptop, Rotwein und Keksen zum Abendessen – es war ja sonst niemand da! Schmerzlich fehlten mir Austausch, Anspra­che, ge-Spiegelt-werden. Im Internet boomt das Geschäft mit der Ein­samkeit. Anstelle von Beziehungen zu Men­schen bildet sich eine suchthafte Beziehung zu Kontaktbörsen, Videos, Kauflandschaften. Und gleichzeitig lebt JedeR von uns – auch er­klärte Singles – Formen von Gemeinschaft: Fa­milie, Freundeskreis, Projektgruppe, Arbeits­team, Stammtisch, Transition-Initiative, Sport­treff,… Die Frage ist eher, ob wir Gemeinschaft als nährend, warm und verlässlich erfahren. Oder eher als nervig, instabil, ermüdend. Nach meiner Erfahrung hat stabile Gemein­schaft – und die fängt zu zweit an! – sehr viel mit Freude zu tun. Unterstützen wir einander? Was brauchen wir, um uns miteinander öffnen zu können? Wie lernen wir uns gegenseitig zu vertrauen? Entspannt miteinander zu arbeiten, auch unsere Schattenseiten zeigen zu dürfen – all dies erzeugt nach meiner Erfahrung Freude. Freude an mir selbst. Freude am Miteinander. Ich habe viele Gemeinschaften besucht, um zu lernen. Mir wurde deutlich, dass Feiern ein we­sentliches Element ist. In den Gemeinschaften Plumvillage, Findhorn Community, ZEGG, Tamera, 7 Linden,…erlebte ich viele Feste. Spi­rituelle Feste, Jahreszeitenfeste, Geburtstage, Beginn und Ende eines Projekts. Es gab so viele Anlässe! Feste zeigen die Freude am mit- teilen, Leichtigkeit, Kreativität, und dass jedeR willkommen ist. Und das fördert und stärkt Ge­meinschaft!

Ohne Freude ist Gemeinschaft schal. Oder an­strengend.

— Mir selbst macht es Freude, dass ich seit über 2 Jahren einen Erlebnisraum Gemeinschaftsbil­dung anbieten darf. Neuerdings zusammen mit meinem Freund Raimund! Gemeinschaft sind die Leute, die an diesem Nachmittag zusam­menkommen. Manche kommen öfters, jedes Mal stoßen neue dazu. JedeR ist richtig. Wir üben mit Stille, Achtsamkeit, Tanz und vielen Formen, die ich in Gemeinschaften oder der Transition-Bewe-gung kennengelernt habe. Mit­einander gestalten wir Themen wie Was brau­che ich in Gemeinschaft oder Konfliktlösung oder Ehrlichkeit. Abends kochen wir zusammen oder es gibt Büffet vom Mitgebrachten oder Picknick. Was dabei rauskommen soll? Die lebendige Erfahrung, wie Gemeinschaft funktionieren kann. Impulse, was ich selber dazu beitragen kann. Und auf längere Sicht: Verbindungen, FreundInnen, eine neue Wohnform. Fühle Dich herzlich willkommen! Termine in diesem Heft oder www.jahreszeiten-magie-heilung.de

Meret

(1) Scott Peck, Gemeinschaftsbildung, Euroto­pia-Verlag, S.19

Über g-4460-1

Permakulturgärtner, Blogautor, Sozialarbeiter und Webdesigner
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